Leitgedanken

Gibt es so etwas wie Gesetze erfolgreicher Innovationen? Kann man daraus Empfehlungen ableiten?

Einige Leitgedanken dazu aus der Projektarbeit von Dr. Jutta Maas-Dittmann – Business Develpment Partner.

 

Kontinuität im New Business

Studien haben gezeigt, dass eines der wichtigsten Prinzipien für die Produktentwicklung das Prinzip der “Kontinuität” ist. Dies bedeutet: Produktentwicklungen sind häufig dann besonders erfolgreich, wenn sie etwas aufweisen, was dem künftigen Kunden schon in irgendeiner Weise vertraut ist. Dieses “Etwas” kann sehr klein und unbedeutend erscheinen, wie zum Beispiel die Abbildung einer Telefongabel auf den Tasten der Handys der ersten Generation. Das Prinzip bedeutet: dem Kunden ermöglichen, das neue Angebot ganz einfach in seine bisherige Erfahrungswelt zu integrieren, indem man ihm Anknüpfungspunkte dazu bietet. Dies ist eine erste Empfehlung für die Neuproduktentwicklung. Geeignete Anknüpfungspunkte auszuwählen, erfordert ein gewisses Fachwissen.

 

Ausdauer im New Business

Nicht selten erreichen Innovationen nicht sofort den Marktdurchbruch und, so manche Innovation findet erst im zweiten Anlauf ihr eigentliches Anwendungsfeld. Daher die zweite Empfehlung: nicht zu früh aufgeben! Transfer einer Idee auf andere Zielgruppen/Märkte und Anwendungsfelder kann sehr viel Sinn machen und sich auszahlen. Ein gutes Beispiel sind die gelben Haftnotizen, die heute in fast jedem Büro im Gebrauch sind. Für ein erfolgreiches Transfermanagement ist es notwendig, das Team umzubauen, denn die bisherige Fokussierung muss aufgebrochen werden.

 

Kundennähe im New Business

Bei der Produktentwicklung vernachlässigt wird oft das intensive Gespräch mit dem potenziellen Kunden. Brüten Sie nicht nur in einem Labor oder Büro über einer Idee, führen Sie Gespräche draußen „im Feld“, lautet die dritte Empfehlung. Feld- und Laborgespräche helfen dabei, eine neues Produkt oder eine neue Dienstleistung wirklich kundengerecht zu entwickeln. Sie unterstützen zudem dabei, die entscheidenden Argumente und Botschaften zu identifizieren, die das Interesse der potenziellen Kunden für das neue Angebot wecken. Sie helfen, die Kanäle zu identifizieren, über die die Kunden erreicht werden können, etc. Diese Gespräche sind eine unverzichtbare Stütze für die Konzeption der Marktbearbeitung – übrigens nicht nur bei neuen Angeboten. Einer der umsatzstärksten und innovationsfreudigsten deutschen Fachverlage verpflichtet seine Produktmanager regelmäßig zu solchen Interviews, um das bestehende Angebot kundengerecht weiter zu entwickeln. Dabei werden sie von externen Kräften fachkundig unterstützt.

 

Gutes Timing im New Business

Schnelligkeit ist das am häufigsten betonte Erfolgskriterium für digitale Innovationen. Wie passt das aber dazu, dass außerordentlich erfolgreiche StartUps der jüngsten Geschichte keine „First Mover“ gewesen sind – auch Google nicht! Es gab bereits Suchmaschinen vor Google und SMS-Dienste vor Whatsapp. Den Markt bereitet haben andere! Man hat eine gute Idee aufgegriffen und sie technisch deutlich verbessert. Offensichtlich ist es also nicht so einfach mit dem Timing. Man muss wie so oft unterscheiden: an dieser Stelle zwischen Innovationen im Sinne von Erfindungen (z. B. die Glühbirne) und Innovationen, die eher Weiterentwicklungen sind. Wem nützt eine solche Differenzierung? Denjenigen, die Innovationen fördern sollen und gleichzeitig deren Marktchancen im Blick haben. Die Innovation als Evolution schreibt auch im digitalen Zeitalter Erfolgsgeschichte.